aurelis – Wo bleiben die versprochenen Gutachten? Und wozu die Eile?

Wir habe heute folgende Presseerklärung an unseren Presseverteiler versendet.

Mangelnde Bürgerbeteiligung und schwerwiegende Versäumnisse bei der Planung für das aurelis-Gelände.

Bei einem von der Firma aurelis Real Estate Management organisierten Rundgang über das „Grüne Band Vaihingen“ machten die Vaihinger für den Kopfbahnhof heute auf mangelnde Bürgerbeteiligung und schwerwiegende Versäumnisse bei der Planung für das Areal aufmerksam.

aurelis, Eigentümerin des am Bahnhof von Stuttgart-Vaihingen gelegenen Areals, hatte in der ersten Planungsrunde der Bürgerbeteiligung versprochen, für die Entwicklung des Geländes Untersuchungen zu den Themenkomplexen Ökologie, Klima, Lärm, Sozialverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit vorzulegen.
Geliefert wurde hiervon bislang jedoch nichts. Zudem wurden von Seiten des Unternehmens, des Gemeinderats und der Verwaltung kaum Bemühungen sichtbar, für die Bürgerinnen und Bürger in der Angelegenheit Transparenz zu schaffen.

Behauptungen, die von aurelis favorisierte gewerbefreundliche, dichte und renditeorientierte Bebauung („Szenario 2“) sei das Ergebnis der am 15.09.2010 durchgeführten Planungswerkstatt, verweisen auf eine „gefühlte Mehrheit“, lassen sich aber aus dem Protokoll nicht erhärten und werden durch über 1100 Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern ad absurdum geführt. Diese wurden von den Vaihingern für den Kopfbahnhof in den letzten Wochen gesammelt und am 20.9. bei der Sitzung des Umwelt- und Technikausschusses Bürgermeister Hahn übergeben.

Eine geforderte Untersuchung legte aurelis lediglich zum Thema „Verkehr“ vor. Aus dem von Prof. Karajan angefertigten Gutachten geht allerdings hervor, dass der durch das Szenario 2 mit seiner dichten Bebauung generierte Verkehr von der bestehenden Verkehrsinfrastruktur nur knapp bewältigt werden kann. Nirgendwo anders im Gewerbegebiet könnte also die bereits mit Baurecht versehene Entwicklung durchgeführt werden, ohne dass es zu einem Verkehrskollaps kommt.

Wirtschaftlicher Hintergrund der von aurelis in Szenario 2 favorisierten renditeorientierten Bebauung ist, dass die Attraktivität des Unternehmens als potenzielles Kaufobjekt im Rahmen der Übernahme des Baukonzerns HOCHTIEF durch den spanischen Konzern ACS gesteigert werden soll (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/0,2828,752625,00.html). aurelis befindet sich im Besitz eines Konsortiums, dem Hochtief angehört. Eine Bebauung gemäß dem aurelis-Szenario 2 wirkt sich direkt wertsteigernd für das Unternehmen aus. Und der Verkauf von aurelis im Rahmen der Hochtief-Übernahme muss zeitnah erfolgen – hier ist der Zusammenhang mit der übermäßigen Eile des von aurelis angestoßenen Planungsverfahrens zu sehen!

Diese Lösung läuft jedoch den Interessen des Stadtteils zuwider. Vaihingen hat in den letzten Jahren ohnehin eine starke bauliche Verdichtung erfahren, u. a. in den Arealen Unterer Grund und Lauchäcker, und braucht dringend Grün- und Erholungsflächen, besonders für Jugendliche.

Die Vaihinger für den Kopfbahnhof fordern daher die Stadt Stuttgart auf, durch einen Rückkauf des Geländes wieder als Träger der Planungshoheit in Erscheinung zu treten. Die Fläche war öffentlicher Besitz, der 1888 für Belange der Eisenbahn, also öffentliche Belange, gewidmet und dafür sogar teilweise enteignet wurde. Er gehört in die öffentliche Hand zurück, um auf der Basis einer echten Bürgerbeteiligung einen größtmöglichen Nutzen für die Allgemeinheit zu schaffen.

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