Redebeitrag im Bezirksbeirat

Am Dienstag, den 15. November hat Dr. Jürgen Franke, für die Vaihinger für den Kopfbahnhof, bei der öffentlichen Sitzung des Bezirksbeirats Vaihingen folgenden Rede vorgetragen.

Vor über einem Jahr, am 18. Mai 2010, hat Herr Drexler, damals noch Projektsprecher für Stuttgart 21, dem Bezirksbeirat zugesagt, Unterlagen über die Planungen der Rohrer Kurve und ein Gutachten zur Finanzierungsfrage zur Verfügung zu stellen.

Soweit wir wissen, ist dies aber bis heute noch nicht geschehen.
Obwohl unser Stadtbezirk massiv von den Planungen betroffen sein wird, besteht zur Volksabstimmung keine Klarheit, auf was sich diejenigen einlassen, die beabsichtigen, mit NEIN zu stimmen.

Wir befürchten, dass mit dem Bau der Rohrer Kurve massiv
Wald am Hudelberg und am Berghau vernichtet wird. Der Wald hat hier nicht nur die Funktion als Erholungsgebiet, sondern dient auch dem Lärmschutz für die Wohngebiete in Rohr und Dürrlewang gegenüber der stark befahrenen Autobahn A8 und dem Schienenverkehr.

Wir befürchten ebenfalls, dass die Gäubahnstrecke, entgegen den „Stuttgart 21 plus“-Forderungen von Heiner Geißler, aufgegeben wird. Damit wäre der von vielen Vaihinger Bürgern gewünschte Regionalbahn-Halt in unserem Stadtbezirk nicht mehr möglich. Die S-Bahn würde geschwächt, da sie die Ausweichstrecke für Störungen im S-Bahn-Tunnel verliert.

Der Filderbahnhof gehört, wenn man Bevölkerung und Arbeitsplätze in der Umgebung, sowie die schon vorhandenen Umsteigebeziehungen zu S- und Stadtbahn berücksichtigt, nicht an den Flughafen, sondern zu uns nach Vaihingen. Hierfür benötigt man nur einen geringen Bruchteil der Investitionssumme, die bei S21 auf den Fildern vorgesehen ist, und es geht ohne sicherheitsbedenkliche Ausnahmegenehmigungen des
Bundesverkehrsministers.

Wir haben im September und Oktober unser Millionenspiel veranstaltet. Dabei konnten die Mitspieler über die Verwendung von 100 Millionen Euro abstimmen. Das ist der Anteil unseres Stadtbezirks an den städtischen Aufwendungen zu Stuttgart 21. Wir erheben nicht den Anspruch einer repräsentativen Umfrage. Das Ergebnis ist dennoch für den Bezirksbeirat interessant, da es einen Hinweis auf die wirklichen
Bedürfnisse der Vaihinger Bürger gibt.

An vorderster Stelle steht der Wunsch nach mehr Bürgerbeteiligung. Zuviel wurde in geschlossenen Zirkeln verhandelt und beschlossen. Zu oft waren bei der öffentlichen Planauslegung alle Grundsatzentscheidungen schon getroffen und die Bürger konnten eine Planung gar nicht mehr grundsätzlich in Frage stellen. Zu oft wurden Alternativen nicht publik gemacht und nicht diskutiert.

An zweiter Stelle kam der Wunch nach mehr Pflegepersonal für alte und pflegebedürftige Menschen und an dritter Stelle die dringend
notwendige Sanierung unserer Schulen.

Unter den vorderen Plätzen war auch der Ankauf des Vaihinger Güterbahngeländes durch die Stadt, damit hier unabhängig von Privatinteressen geplant werden kann und die Aufwertung unseres Bahnhofs durch einen weiteren Bahnsteig für den Regionalbahnhalt.

Die weiteren Projekte aus unserer Abstimmung entnehmen Sie bitte dem „Millionenspiel-Ergebnis“.

Wir bitten den Bezirksbeirat:

  • machen Sie gegenüber der Bahn deutlich, dass mit einem Durchwinken ihrer Filder-Pläne hier in Vaihingen nicht zu rechnen ist.
  • fordern Sie von der Bahn den Erhalt der Gäubahntrasse mit Anschluß an den Stuttgarter Hauptbahnhof
  • fordern Sie von der Bahn, den Vaihingert Bahnhof für einen Regionalbahn-Halt aufzuwerten. Er soll als Filderbahnhof der zentrale Umsteigeknoten für die Filderstadtbezirke und die angrenzenden Filder-Gemeinden sein.
  • setzen Sie sich für einen Ausstieg der Stadt Stuttgart aus dem Tiefbahnhofprojekt Stuttgart 21 ein. Unser Stadtbezirk hat daraus nur Nachteile für die Qualität des Schienenverkehrs zu erwarten.
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