Ein Rückblick

Es ist die Zeit der Resümees und der Rückblicke. Hinter uns liegt ein Jahr voller Erfolge aber auch mit Niederlagen.

Wir haben Vieles auf das wir zurückblicken können. Ich will das für uns Vaihinger für den Kopfbahnhof versuchen. Meinen Blick werde ich dabei auf Vaihingen richten, sonst wird dies hier ein ganzer Roman.

Beginnen will ich mit unserem ersten Infostand vor über einem Jahr am 20. November 2010. Zusammen mit den Schwabenstreichen waren die Infostände die Basis für unsere Vaihinger Bürgerinitiative. Mit wenigen Ausnahmen gab es vom 20. November 2010 an jedem Samstag einen Infostand auf dem Vaihinger Markt – rekordverdächtig. Mit unserer Weihnachtsfeier vor über einem Jahr war dann auch der Auftakt für fast regelmäßige Treffen gemacht.

Im Jahr 2011 ging es dann Schlag auf Schlag. Am 18. Januar fand der erste Große Schwabenstreich statt. Am 31. Januar stand unser Name – Vaihinger für den Kopfbahnhof – fest. Und auch danach ging es mit hoher Dynamik weiter. Im Wahlkampf für die Landtagswahl war unser großes Ziel ein Wechsel und dafür haben wir mit großem Einsatz und viel Energie gekämpft. Höhepunkte waren unsere sehr gut besuchten Veranstaltungen „S’Weschpenäscht – Die Chronik von Whyl“ und „Das Drama um Gäubahn und Rohrer Kurve S 21 / K 21 Was blüht Vaihingen?“ in der alten Kelter und die Diskussionen mit Werner Wölf und Brigitte Tilgner im Vorfeld der Landtagswahl.

Dann kam der „große Triumph“. Wir – und ich schreibe bewusst wir und meine damit Atomkraftgegner und Gegner von Stuttgart 21 – haben es geschafft, nach 58 Jahren die CDU in die Opposition zu schicken. Wir haben den ersten grünen Ministerpräsidenten in Deutschland möglich gemacht.

Bei der Veranstaltung zum Thema „Wie ist das mit dem zivilen Ungehorsam?“ am 6. Mai hatten wir Dr. Wolfgang Sternstein und Hannes Rockenbauch zu Gast. Im Anschluss an die Vorträge unsere beiden Gäste entwickelte sich eine rege Diskussion zu dem Thema.

Nach der Wahl sind dann nach und nach auch andere Themen in unser Blickfeld gerückt. Zunächst in besonderem Maße die Pläne von Aurelis, das Gelände am Vaihinger Bahnhof mit Betonklötzen zuzubauen. Inzwischen hat Aurelis viele unserer Vorschläge in seine Planung aufgenommen. Nur von der dichten und hohen Bebauung will Aurelis aus finanziellem Interesse nicht Abstand nehmen. Der Gemeinderat, der im Sinne der Vaihinger Bürger handeln sollte, schreitet nicht ein. Wenn gebaut wird, was momentan geplant ist, ist das Verkehrschaos zu Stoßzeiten vorprogrammiert.

Spätestens seit der Bezirksbeiratssitzung am 15. Mai werden wir auch von den Vaihinger Lokalpolitikern und wohl auch den
Betreuungsstadträten wahrgenommen. Ob diese so erfreut darüber sind, dass es uns gibt, wage ich zu bezweifeln. Statt mit uns zusammenzuarbeiten, sind wir den meisten Stadträten, egal welcher Partei, wohl eher lästig. Unser Gespräch mit den Grünen Stadträten Deparnay-Grunenberg, Pätzold und Stopper zum Thema Aurelis hat dies deutlich gezeigt.

Nachdem im Laufe der Zeit immer klarer wurde, dass wir uns nicht (alleine) auf die grün-rote Landesregierung verlassen können, haben wir begonnen, mehr und mehr unsere Sicht der Dinge in der breiteren Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Zuge dessen hat sich neben den bereits existierenden Gruppen Diskussionkreis Filderbahnhof und den Fahrradfahrern eine eigene Pressegruppe zusammengefunden. Seitdem haben wir als wohl einzige Ortsteilgruppe einen eigenen Pressesprecher und konnten uns und unsere Sichtweise mehrfach erfolgreich in den Lokalzeitungen platzieren. Besonders hervorzuheben ist unsere Unterschriftenaktion. Mehr als 1100 Unterzeichner forderten den Gemeinderat auf, die Planungen und Verhandlungen zum Aurelisgelände zu stoppen und den Kauf des Geländes am Vaihinger Bahnhof vorzubereiten.

Als sich herauskristallisierte, dass es tatsächlich zu einer Volksabstimmung kommen würde, haben wir begonnen, unser Millionenspiel zu planen und umzusetzen. Wie wollten damit deutlich machen, wie viel Geld hier von der Stadt Stuttgart verschwendet wird. Für das Millionenspiel haben wir viel positives Echo aus ganz Stuttgart erhalten.

Nach dem Millionenspiel waren wir bereits mitten in der Kampagne zur Volksabstimmung. Bei einem Treffen hatten wir uns nach reger Diskussion und trotz großer Skepsis dazu entschieden, für möglichst viele Ja-Stimmen zu kämpfen.

Ein weiterer Höhepunkt im Jahr 2011 war unser Diskussionsabend mit Prof. Bodack, der neben den Vaihinger Themen wie insbesondere den Filderbahnhof Vaihingen auch noch einmal viele Argumente, die für K21 und gegen S21 sprechen, ins Bewusstsein gerufen hat. Gleichzeitig bildete der Abend den Auftakt für die Zusammenarbeit von Vaihingern für den Kopfbahnhof, Initiative schönes attraktives Vaihingen, Schutzgemeinschaft Filder und dem Verein Lebenswertes LE in Sachen Filderabschnitt von S21.

Im Vorfeld des Diskussionsabends hatten wir bereits den vom DK Filderbahnhof erarbeiteten Flyer Filderbahnhof Vaihingen großflächig verteilt. Darin fordern wir einen Halt des Regionalexpress in Vaihingen.

Den krönenden Abschluss der Kampagne für die Volksabstimmung bildete schließlich unsere sehr kurzfristig organisierte aber trotzdem „super erfolgreiche“ Demo hier in Vaihingen. Leider haben wir trotz aller Anstrengungen nicht die erhoffte Mehrheit in der Region Stuttgart, und auch nicht in Vaihingen, für ein „Ja zum Ausstieg aus der Finanzierung“ gewinnen können.

Was haben wir also erreicht? Zum einen haben wir erreicht, dass sich unglaublich viele, sehr unterschiedliche Menschen zusammengefunden haben, um für Ihre und die Interessen ihrer Mitbürger einzustehen. Wir haben uns empört, wir waren kreativ und haben unglaublich viele Vorschläge und Ideen produziert und diese in Flyern und Presseerklärungen veröffentlicht. Wir haben viele Menschen informiert und bei Vielen einen Gedankenprozess in Gang gesetzt. All dies hat viel Energie und Engagement gefordert. Ich war und bin immer noch beeindruckt, wie viele sich hier in Vaihingen, jeder auf seine Weise, eingebracht haben. Das war für mich selbst sehr motivierend. Wir können stolz auf alles sein was wir bis jetzt erreicht haben! Ganz besonders da wir in einer Welt, in der mehr und mehr nur noch wirtschaftliche Interessen zählen, gegen einen eigentlich übermächtigen Gegner kämpfen. Dem Geld und der Macht eines Geflechts aus Politik, Wirtschaft, Staatsanwaltschaft und Medien haben wir unsere Kreativität und unser Engagement entgegengesetzt.

Auf einen Ausblick will ich an dieser Stelle verzichten und empfehle euch den Text von Conny. Der Text verdeutlicht, warum es sich auf jeden Fall lohnt weiter zu machen, egal ob es jetzt um S21 oder Aurelis geht.

Ich wünsche euch einen guten Rutsch und zähle darauf, dass wir im neuen Jahr weiterhin gemeinsam für unsere Ziele kämpfen.

Oben bleiben!

Sascha

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