Wer regiert unseren Gemeinderat?

oder Wieviele Büros und Hotels braucht Vaihingen noch?

Es gibt Dinge, von denen hat der Stadtbezirk Vaihingen mehr als genug:
Bürogebäude, Hotels und Bürobauplätze zum Beispiel. Fast 30.000 m2 davon stehen derzeit leer und für hunderte Hektar Brachen und bisher nur niedrig bebaute Flächen besteht Baurecht, das nicht genutzt wird.
Auch Schadstoffe und krank machenden Lärm produzierenden motorisierten Verkehr gibt es im Überfluss. Immer noch kommen 75% der Beschäftigten des Gewerbegebiets mit dem PKW zur Arbeit.
Es gibt aber auch Dinge, von denen es in Vaihingen immer weniger gibt: Grün- und Erholungsflächen zum Beispiel. Dies sehen auch die Beschäftigten im Gewerbegebiet als den größten Mangel ihrer Arbeitsumgebung.
Wer kann ein Interesse daran haben, am südlichen Rand des Gewerbegebiets in einer Frischluftschneise weitere 6- bis 8- geschossige Bürogebäude, Hotels und Handelseinrichtungen im Umfang von 38.000 m2 Bruttogeschossfläche zu errichten, von denen ein Verkehr ausgehen wird, der Vaihingens Straßen laut eines Gutachtens an ihre absolute Belastungsgrenze führt?

Die Vaihinger Einwohner/innen sicher nicht. Die Beschäftigten im Gewerbegebiet auch nicht.

Es gibt nur eine, die von einer solchen städtebaulichen Untat einen richtig fetten Nutzen hat:

Die im Besitz internationaler Immobilienspekulanten befindliche Grundstücksverwertungsfirma aurelis asset GmbH, der das ehemalige Bahngelände inzwischen gehört. Je mehr und höher darauf gebaut werden kann, desto gewinnbringender kann sie ihr von der Bahn AG billig erworbenes Gelände veräußern.
Dass aurelis dieses Ziel hartnäckig verfolgt, verwundert nicht. Dass sich aber der Stuttgarter Gemeinderat und inzwischen auch der Vaihinger Bezirksbeirat, von dem nur an Profit interessierten Immobilienverwerter an der Nase herumführen lässt und dabei vergisst, wessen Interessen er zu vertreten hat, ist mehr als ärgerlich.
Vor einigen Jahren versprach aurelis den Gemeinderäten, ihnen im Gegenzug für das gewünschte Baurecht einen Fernomnibusbahnhof (FOB) in Vaihingen bauen zu lassen. Als alles gerichtet war, durfte die Stadt aber doch einen Investitionszuschuss in Höhe von 4 Mio Euro beisteuern.
Nachdem dann der Gemeinderat selbst gemerkt hat, dass ein FOB in Vaihingen fehl am Platz ist, lockt aurelis damit, auf ihre Kosten die S-Bahn-Unterführung zu verkürzen und aufzuwerten und eine zweite von den Bahnsteigen ins Gewerbegebiet zu verlängern. Wieder stimmen die Stadträte (mit nur einer Ausnahme) und diesmal auch der Bezirksbeirat den aurelis-Plänen zu und bereiten einen Bebauungsplan vor.
Beim Aufstellungsbeschluss erklärt aurelis dann, leider könne das Unternehmen die in Aussicht gestellten Maßnahmen aus Kostengründen doch nicht durchführen. Der Aufstellungsbeschluss wird dennoch gefasst.
Aktuell meinen die Stadträte, mit einem Gutachterverfahren zur Gestaltung des Unterführungsausgangs, habe man genug getan, um weitere Büroklötze in einer Frischluftschneise zu rechtfertigen. Dieses bereits in einer Geheimsitzung der Betonparteien inklusive der Grünen mit dem Baubürgermeister und aurelis ausgehandelte
Gutachterverfahren, soll am kommenden Dienstag nun auch der Vaihinger Bezirksbeirat absegnen.

Kommen Sie zum Bezirksbeirat am Dienstag, 19.2.2013, 18 Uhr, Alte Kelter
Fordern Sie mit uns die sofortige Einstellung des Bebauungsplanverfahrens!

Vaihinger für den Kopfbahnhof (VK21), Einwohner-Initiative Vaihingen Ökologisch Sozial (VÖS)

Diesen Flyer haben wir am Samstag, den 16.02.2013 rund um den Vaihinger Markt verteilt.

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