Adventsmail an Herrn Kuhn

Die folgende Mail wurde heute im Rahmen der Adventsaktion der Stadtteilgruppen aus Vaihingen an Herrn Kuhn geschickt. Die Mails der anderen Stadtbezirke findet ihr hier zum Nachlesen:
http://www.bei-abriss-aufstand.de/tag/adventskalender-fuer-ob-kuhn/

Sehr geehrter Herr Kuhn,

heute kommen die brisanten Themen aus Vaihingen zur Sprache:

Warum wurde in der Sommerpause an Gemeinderat und Bezirksbeirat und an
den Vaihinger BürgerInnen vorbei der Deal mit der Gläubiger-Bank des
insolventen Eigentümers des Eiermann-Campus (ehemaliges IBM-Gelände)
eingefädelt? Und zwar in Form eines für Vaihingen verheerenden
Rahmenplans zur Anlockung von Investoren. Warum wird dieser Rahmenplan
nun weiterverfolgt, obwohl sich der Bezirksbeirat Vaihingen zweimal mit
deutlicher 2/3 Mehrheit dagegen ausgesprochen hat? – Weil Sie doch für
Investoren bauen wollen und nicht für Stuttgart? War ihr Wahlslogan „Für
Stuttgart bauen – nicht für Investoren“ nur ein Wortverdreher?

Warum gibt es noch immer keinen RE-Halt in Vaihingen, einem großen Verkehrsknoten mit zahlreichen Arbeitsplätzen und dem Potenzial, viele Pendler zum Umsteigen auf die Schiene zu bewegen? War das nicht mal ein Ziel Grüner Politik? Außerdem können Sie sich auch auf ein Abstimmungsergebnis berufen. Der RE-Halt in Vaihingen ist Bestandteil des Ergebnisses des Filderdialogs.

Warum schreibt die Stadt Stuttgart keine deutlichere Einwendung zum S21-PFA 1.3? Die Stadt Leinfelden-Echterdingen hat externe Gutachter herangezogen, um die Interessen ihrer Bevölkommt heute aus Vaihingen.kerung zu schützen. Und hier? In Vaihingen steht die Abholzung von 60.000 m² Wald zum Bau der Rohrer Kurve an, der Wald wird zum Schutz vor den schädlichen Emmissionen der Autobahn A8 dringend gebraucht! Außerdem wird Vaihingen mit dem größten Gewerbegebiet Stuttgarts vom Ferngleis abgehängt, und zudem wird der
S-Bahnverkehr wegen des Mischverkehrs ausgedünnt und störanfälliger. Ein vernünftiges Störfallkonzept gibt es für unseren Stadtbezirk auch nicht. Und das lässt sich die Stadt Stuttgart gefallen, die einmal sehr viel Geld in den Ausbau des ÖPNV investiert hatte?

Warum tun Sie als Bürgermeister des Friedens nicht alles, um EUCOM und AFRICOM zu schließen? Sie könnten sich zum Beispiel der aktuellen Klage gegen die Bundesregierung anschließen. Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen! Auch nicht per Duldung dieser US-amerikanischen Zentralen für Kriegsführung und Drohnenmordeinsätze.

Warum unternehmen Sie nichts, um sofort aufzuklären, in welchem Umfang BürgerInnen, Universität und Unternehmen von den Patch Barracks aus überwacht und ausspioniert werden, und diese Überwachung dann zu stoppen?

Warum beschließt der Gemeinderat die Bebauung des aurelis-Geländes (ehem. Güterbahngelände am Vaihinger Bhf.), obwohl für das angrenzende Industriegebiet bereits überall 6-geschossige Bebauung möglich ist? Soll Vaihingen bald aus allen Nähten platzen und vom Verkehr überrollt werden?

Die Frage der Nahversorgung ist noch immer nicht in allen Randbezirken ausreichend gelöst. Und die gefundenen Lösungen sind zwar praktisch aber äußerst fragwürdig: In einem Fall wurde ein Bonus-Markt eröffnet (die Stadt fördert hier Armut durch 1-Euro-Jobs) und in einem anderen Fall hat ein Privatmann durch eine Spende den kleinen Laden vorerst gerettet (das ist ehrenwert aber eigentlich eine städtische Aufgabe!).

Warum nur haben wir den Eindruck, dass Sie in Ihrem Amt nicht unsere Interessen vertreten?

Vielleicht tröstet es Sie zu wissen, dass wir sehr wohl Änderungen bemerken: Das erste Jahr Ihrer Amtszeit ist das Jahr der Beseitigung aller öffentlichen Uhren in Vaihingen, ja vielleicht in ganz Stuttgart. Für die Radfahrer macht man sich die Mühe, per Schild das Fahren auf dem Gehweg und mit Farbe auf der Straße das Fahren auf der Straße – also den Status quo – zusätzlich zu legitimieren. Das von Ihnen unterstützte Bio-Essen muss es andernorts geben. Hier hat gerade eine gegenteilige Entwicklung eingesetzt. Das bisher frisch gekochte Essen aus regionalen und teilweise sogar Bioprodukten einer Grundschule (allerdings mal wieder im Ehrenamt) kommt seit dem Sommer von einem Caterer (privatwirtschaftliche Auslagerung, evtl. auch 1-Euro-Jobs o. Ä.). Ergebnis: Preissteigerung auf das Doppelte und die Kinder ziehen ein kaltes Vesper von zu Hause deutlich vor. Ist das eine
gute Entwicklung? Immerhin wurde ein Teil der maroden Fenster dieser Schule renoviert. Auf die erforderliche Schulhofumgestaltung wartet man noch.

Herr Kuhn, da geht noch mehr! Und bei den zuerst genannten Punkten geht noch viel mehr! Sie möchten Ihre Amtszeit doch sicher nicht mit 8 neuen Verkehrskreiseln und ein paar Fahrradstreifen auf der Straße bilanzieren müssen.

Wir wünschen Ihnen viel Kraft und Energie auch für schwierige Aufgaben! Ein Leichtes wäre immer noch die sofortige Einführung eines
Sozialtickets für den ÖPNV und freie Fahrt für Schülergruppen. Bis Sie in den ehemaligen Kasernen des EUCOM und AFRICOM günstigen Wohnraum einweihen können, dauert es vermutlich etwas länger. Dazwischen könnte die Einweihung des RE-Halts in Vaihingen liegen. Gehen Sie die Dinge an, wir stehen dabei hinter Ihnen!

Cornelia Geeve für die Vaihinger für den Kopfbahnhof

(Weitere Infos zu den genannten Themen auf http://www.vk21.de und
www.filderbahnhof.net)

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