Erörterung von PFA 1.3 beginnt am 22. September

Das Erörterungsverfahren beginnt lt. Pressemitteilung des Regierungspräsidiums am 22. September. Es sind 11. Tage angesetzt. Uhrzeiten und weitere Details werden Anfang September mitgeteilt.
Tagungsorte sind vom 22. September bis 02. Oktober in der Landesmesse und anschließend noch am 06. und 07. Oktober in der Filderhalle in Leinfelden-Echterdingen.
Die Stellungnahmen der Bahn zu den häufig wiederkehrenden Einwendungen sowie zur Kritik an der Leistungsfähigkeit können auf der Internetseite des Regierungspräsidiums unter http://www.rp-stuttgart.de/servlet/PB/menu/1391658/index.html eingesehen werden.

Veröffentlicht unter Uncategorized

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass S21 nicht gebaut werden darf

Einige Gedanken zur Erörterung von PFA 1.3 (Filderabschnitt)

Dieser schwierige und problembeladene Abschnitt zwischen Rohrer Kurve und Flughafenbahnhof hat es in sich und ist wohl aus gutem Grund so spät an der Reihe. Neben zahlreichen kritikwürdigen Details können und sollten wir auch immer wieder auf das Gesamtprojekt zu sprechen kommen und es in Frage stellen.

Themen aufteilen

Die Idee, dass wir uns die Themen bei der kommenden Erörterung von PFA 1.3 Filderabschnitt (Rohrer Kurve bis Flughafenbahnhof) aufteilen, greifen wir gerne auf.Eine grobe Aufteilung der Themengebiete halten wir für sinnvoll.

siehe auch Themen bei PFA 1.3 – Eine kleine Übersicht

 

Jede/r darf alles sagen

Eine Aufteilung der Themen heißt keinesfalls, dass niemand etwas anderes sagen kann, dass man nur zu dem angemeldeten Thema sprechen soll, dass man sich vorher anmelden und den Text einreichen muss. Wir wollen keine Einschränkungen fabrizieren. Für solchen bürokratischen Überaufwand haben wir keine Zeit und finden das auch nicht zielführend – eine kleine Übersicht halten wir aber für hilfreich.

Kurz und knackig

Kurze (< 5 Min.), gut verständliche und klar formulierte Beiträge wirken am besten. Hilfreich ist sicher, den Text vorher zu formulieren, auch mal zu üben und max. eine A4-Seite Text zu haben. Aber auch spontane oder gar emotionale Wortbeiträge haben durchaus eine starke Wirkung. Das soll überhaupt nicht als Bremse verstanden werden – nur als Hilfestellung. Jeder tut was er/sie kann und wie er/sie mag.

Dreifachwirkung direkt

Eure Beiträge wirken einmal auf uns selbst zurück als Bestätigung und sicher auch immer wieder als Information für andere.

Sie wirken aber auch auf die Teilnehmer, die wir nicht zu unseren Kreisen rechnen dürfen. Diese haben die Rolle inne, sich der Sachlage und überzeugenden Argumenten aufgrund ihrer Funktion zu verschließen. Man kann hier durchaus den Leidensdruck erhöhen. Wer weiß, welche langfristige Wirkung das bei Einzelnen haben mag?

Wir wirken aber auch auf die anwesenden Pressevertreter. Und auch hier gilt: Steter Tropfen höhlt den Stein. Wobei dieser Personenkreis ja zum Teil bereits sehr gut informiert ist und eventuell auf gewisse Weise persönliche Ansichten und berufliche Anforderungen kaum unter einen Hut bringt. Da schaden weitere Argumente auch nicht und geben möglicherweise auch den ein oder anderen Anstoß.

Nachwirkung und mehr Öffentlichkeit

Wir würden die Texte eurer Redebeiträge, sofern ihr sie uns nach dem „Auftritt“ zur Verfügung stellt bzw. stellen könnt, gerne auf unserer Homepage online stellen. Vielleicht können wir die Texte auch noch gesammelt als Broschüre herausbringen.

Wir halten eine gute Information der Öffentlichkeit für ausgesprochen wichtig. Dafür tun wir mit unseren bescheidenen Mitteln, was in unserer Macht steht.

Übersicht behalten – nichts vergessen

Wir hoffen auch, dass man sich ggf. bei gleichen und ähnlichen Themen miteinander absprechen und ergänzen kann. Wir werden keine vollständigen Namen veröffentlichen, würden aber auf Anfrage den Kontakt herstellen, wenn ihr wollt. Die Liste der Themen ist im nächsten Beitrag zu finden.

Es schadet gar nicht, wenn dasselbe Thema dreimal kommt.
Wir wollen aber auf keinen Fall ein Thema vergessen.

Wo sind mehr Informationen zu den Themen?

Anregungen und Informationen zu den verschiedenen Themenbereichen bieten die verschiedenen Einwendungen, die auch zum Teil auf unserer Homepage zu finden sind, sowie unsere Stichpunktsammlung. Alles das und weitere Artikel zum Thema findet ihr, wenn ihr „Einwendung“ im Suchfenster auf unserer Homepage eingebt.

Gratwanderung

Wir betreiben das alles aber ohne große Illusionen in den Ausgang des Erörterungsverfahrens.

Wir sind uns der Machtverhältnisse und der Funktion dieser Veranstaltung sehr bewusst. Aber wir wollen noch die nächsten Jahre erhobenen Hauptes in den Spiegel schauen können, denn wir handeln aus der Überzeugung, uns für eine bessere Alternative einzusetzen. Wir können bei der Erörterung nicht die Welt retten und vermutlich nicht einmal S21 und sein umfangreiches Zerstörungswerk stoppen, aber wir werden es versuchen. Das ist eine ziemliche Gradwanderung zwischen notwendiger optimistischer Grundhaltung und begründeter Hoffnung einerseits und realistischer Einschätzung der gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse und demotivierender Erfahrungen durch die Entmutigungsstrategien der Herrschenden andererseits.

Sehr lesenswert in diesem Zusammenhang ist der Beitrag von Bernhard zur GWM-Erörterung: https://vaivss21.wordpress.com/2013/12/14/gwm-erorterung-beitrag-zur-funktion-dieser-veranstaltung-und-zum-umgangsstil/

Mit dem Bewusstsein über die Funktion der Veranstaltung „Erörterung“ und weiterer Beschwichtigungs- und Einbindungsstrategien kann man erstens momentane Rückschläge etwas besser ertragen und zweitens den Blick auf tiefgreifendere Veränderungen richten, die notwendig wären.

Veröffentlicht unter Uncategorized

Themen bei PFA 1.3 – Eine kleine Übersicht

  • T.B. – Brandschutz
  • C.S. – Bindungswirkung bisherheriger Entscheidungen des VGH
  • F.S. – Unsinnigkeit des Verfahrens, Privater Träger, EBA, Ermessensabwägung
  • B.M. – Kapazität und Mischverkehr
  • U.S. – Lügenfundament (Filderdialog)
  • G.G.- Barrierefreiheit
  • G.W. – Lärm, Naturschutz
  • A.K. – Mischverkehr

(Stand Juli 2014):

Bitte meldet euch, wenn ihr wisst, zu welchem Thema ihr etwas vorbringen möchtet bei uns: info[ät]vk21.de

 

 

 

Veröffentlicht unter Aktion, Filder, Vaihingen

Drohende Erzwingungshaft wegen Teilnahme an Demonstrationen

Es folgt ein Text von Karl Braig, der darum gebeten hat den Text möglichst weiter zu verbreiten.

Schon seit vier Jahren finden regelmässig Demonstrationen an den Baustellen von Stuttgart 21 statt. So auch am 30.4.2013 und am 16.7.2013, an diesen Tagen am Einfahrtsgelände Kurt–Georg-Kiesinger-Platz und am Wagenburgtunnel Westportal zu S21-Baustellen. Aufgrund dieser Versammlungen wurden von der Stadt Stuttgart, Amt für öffentliche Ordnung, Bussgeldbescheide gegen mich ausgestellt, mit der Begründung, ich hätte Platzverweise bei diesen Demonstrationen von der Polizei missachtet. Wie in dem Urteil des Verwaltungsgericht Stuttgart vom 13.6.2014, wo Gegnerinnen von Stuttgart 21 vor einer Baustelle protestierten, war das Handeln der Polizei, das Aussprechen eines Platzverweises, illegal. Diese Platzverweise sind willkürliche Massnahmen der Polizei in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft und der Stadt Stuttgart, um die Demonstrantinnen vor den Baustellen los zu werden und verstossen gegen das Grundrecht auf Versammlung. Dieses willkürliche und gesetzwidrige Massnahmen der Polizei und deren Hintermännern wurden in den letzten zwei Jahren immer öfters gegen die Demonstrierende eingesetzt. Nach neuesten Zeugenaussagen von Einsatzleitern der Stuttgarter Polizei bei Verhandlungen gegen S21-Gegnerinnen vor dem Stuttgarter Amtsgericht gab es immer wieder Treffen von Vertretern des Ordnungsamtes, der Staatsanwaltschaft und des Polizeipräsidiums, um Strategien zu entwickeln, wie der Protest gegen S21 eingedämmt werden kann. Dazu gab es ein von der Staatsanwaltschaft Stuttgart verfasstes Schreiben als Grundlage für das Verhalten der Polizei. Dieses Papier ist leider nicht veröffentlicht, doch es ist eindeutig, dass die Polizei sich nach diesen Leitlinien hält. Der Einsatzleiter oder der Gruppenleiter vor Ort entscheidet nach eigener Einschätzung aufgrund willkürlicher Kriterien, ob diese Ansammlung von Menschen eine Versammlung ist oder nicht. Das Versammlungsgesetz wird einfach ignoriert. Dieses Verhalten ist verfassungswidrig und wurde jetzt in der Entscheidung des Verwaltungsgerichts auch so gedeutet.

Damit ist der Willkür für das Handeln der Polizei Tür und Tor geöffnet. Dieses Verhalten hat sich in den letzten zwei Jahren bei vielen Polizeieinsätzen in Stuttgart durchgesetzt und wie die neuesten Demonstrationen zeigen auch nicht nach dem Verwaltungsgerichtsurteil geändert.

Das in unserm Grundgesetz verbriefte Recht auf Versammlung ist eines nach unserer braunen Vergangenheit der wichtigsten Gesetze, das Demonstrationen als Korrektiv für falsche politische Entscheidungen ermöglicht. Das immer stärker werdende Ignorieren dieses Grundrechts zeigt sich nicht nur hier in Stuttgart, sondern in ganz Deutschland, ja weltweit.

Ich bin nicht mehr bereit, für diesen Rechtsbruch der Polizei und deren Hintermännern sogar noch Bussgeld zu bezahlen.

Deshalb lehne ich die Abgabe einer Vermögensauskunft ab, die aufgrund dieser Zahlungsverweigerung gegen mich ergangen ist.

Der Obergerichtsvollzieher von Calw hat einen Haftbefehl gegen mich aufgrund eines Antrags der Stadt Stuttgart am 30.4.2013 erlassen. Mit mehreren Tagen Erzwingungshaft soll nun mein Wille gebrochen werden, die Verweigerung der Zahlung für ein rechtswidriges Verhalten auf zu geben.

Alles in allem bin ich nicht bereit dieses gesetzwidrige Verhalten der Betreiber von Stuttgart 21 und deren Helfershelfer, in diesem Fall die Stadt Stuttgart, die Staatsanwalt Stuttgart und das Polizeipräsidium Stuttgart weiter auch noch finanziell zu unterstützen und fordere diese Stellen auf, den Bussgeldbescheid zurück zu nehmen, sämtliche Strafverfahren gegen Stuttgart 21 – Gegnerinnen ein zu stellen und das an Umweltzerstörung und Energieverbrauch kaum zu übertreffende Projekt Stuttgart 21sofort ein zu stellen. Es wird immer deutlicher, dass diese Planungen auf Lug, Betrug und Korruption zustande gekommen sind und nur Nachteile für die Menschen in und um Stuttgart haben. Stuttgart 21 ist ein Verbrechen und muss sofort beendet werden

Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Plicht!

Karl Braig, 2.07.2014

Veröffentlicht unter Uncategorized

Offener Brief an Putin

Der ehemalige Oberstleutnant der NATO-Luftwaffe, Jochen Scholz, schrieb einen offenen Brief an den Präsidenten Russlands, Wladimir Putin. Ein Brief der es in sich hat und weitherum bekanntgemacht werden muss.

Jochen Scholz hat bereits in der Vergangenheit mit seinen fundierten Beiträgen für hochrote Köpfe bei den gleichgeschalteten Medien verursacht. So als er zum Beispiel in einem Interview auf die Diskrepanzen zwischen Berichterstattung und den tatsächlichen Gründen der deutschen Beteiligung am Jugoslawienkrieg im Jahre 1999 hinwies. Scholz setzte ebenfalls seine Fragezeichen zu den Umständen der Anschläge des 11. September: Wie konnten 19 teppichmesserschwingende Studenten davon ausgehen, dass die komplette Flugabwehr der USA an diesem Tag versagt? Scholz gibt einen tiefen Einblick in die Ungereimtheiten unter militärischem Blickwinkel und erklärt überdies auch noch die wirkliche Bedeutung der “Global Missile Defense” in Polen und Tschechien, was uns nahtlos zur heutigen Situation in der Ukraine führt. Hier als erstes der offene Brief an Putin, zuletzt finden Sie das Interview indem die Hintergründe dazu erklärt werden.

Sehr geehrter Herr Präsident!

In Ihrer Rede vor der Staatsduma baten Sie um Verständnis bei den Deutschen.

Wir sind deutsche Staatsbürger, die die Nachkriegszeit mehrheitlich in der Westhälfte Deutschlands erlebt haben. Als der Kalte Krieg 1990 beendet und unser Land vereinigt wurde, ging ein Aufatmen durch die Welt, weil die stets drohende Gefahr einer nuklearen militärischen Auseinandersetzung gebannt schien, die den gesamten Globus in Mitleidenschaft gezogen hätte.
Deutschland wäre ausgelöscht worden.

Den entscheidenden Beitrag zur Befreiung Europas vom Nationalsozialismus hat, unter unvergleichlichen Opfern, die Sowjetunion geleistet. Gleichwohl war sie 1990 bereit, die deutsche Wiedervereinigung zu unterstützen, 1991 die Warschauer Vertragsgemeinschaft aufzulösen und die NATO-Mitgliedschaft Gesamtdeutschlands zu akzeptieren. Dies wurde vom Westen nicht honoriert.

Der damalige Botschafter der USA in Moskau (1987 bis 1991), Jack Matlock, hat vor wenigen Tagen in der Washington Post bestätigt, dass Präsident Bush zugesagt hatte, die Großzügigkeit Präsident Gorbatschows nicht auszunutzen. Die Ausdehnung der NATO bis in ehemalige Sowjetrepubliken, die Errichtung von Militärstützpunkten in ehemaligen Warschauer Vertragsstaaten und der Aufbau eines Raketenabwehrschirms in Osteuropa bei gleichzeitiger Kündigung des ABM-Vertrages seitens der USA sind nicht nur eklatante Wortbü che.

Diese Maßnahmen können auch von uns nur als Machtprojektion der westlichen Führungsmacht verstanden werden, die gegen die von Ihnen betriebene staatliche und  ökonomische Konsolidierung Ihres Landes nach Ihrem Amtsantritt im Jahr 2000 gerichtet sind. Keir A. Lieber und Daryl G. Press haben 2006 darüber hinaus in „Foreign Affairs“ mit ihrem Artikel „The Rise of U.S. Nuclear Primacy”  überzeugend dargelegt, dass der Raketenabwehrschirm einen nuklearen Erstschlag zur nuklearen Neutralisierung Russlands ermöglichen soll.

Diese Vorgeschichte in geraffter Form bildet den Hintergrund ab, vor dem wir die Ereignisse in der Ukraine seit November 2013 beurteilen. Inzwischen ist vielfach dokumentiert, dass die USA die berechtigten Proteste der ukrainischen Bevölkerung für ihre Zwecke instrumentalisiert haben. Das Muster ist aus anderen Ländern bekannt: Serbien, Georgien, Ukraine 2004,  Ägypten, Syrien, Libyen.

Auch die Störfaktoren Europäische Union und OSZE wurden, postwendend, innerhalb von zwölf Stunden nach dem von den Außenministern des Weimarer Dreiecks ausgehandelten friedlichen Machtwechsel unter Zuhilfenahme faschistischer Kräfte ausgeschaltet. Wer hinter der jetzigen Putschregierung in Kiew steht, zeigen die Partner auf der Website der Open Ukraine Foundation des amtierenden Ministerpräsidenten.

Die inner- und völkerrechtlichen Fragen zur Sezession der Krim werden unterschiedlich beantwortet. Wir wollen die Vorgänge hier nicht juristisch, sondern ausschließlich politisch bewerten und einordnen. Vor dem Hintergrund der Entwicklung in Europa seit 1990, der Dislozierung der rund 1000 US-Militärbasen weltweit, der Kontrolle der Meerengen durch die USA und der von den Gewalttätern des Majdan ausgehenden Gefahr für die russische Schwarzmeerflotte sehen wir die Sezession der Krim als eine defensive Maßnahme mit einer gleichzeitigen Botschaft: bis hierher und nicht weiter! Der entscheidende Unterschied zur Unabhängigkeits-erklärung des Kosovo ist, dass hierfür mit dem völkerrechtswidrigen Luftkrieg der NATO – leider mit Beteiligung Deutschlands – erst die Voraussetzung geschaffen wurde.

Sehr geehrter Herr Präsident, Sie haben bereits vor knapp vier Jahren für eine Wirtschaftsgemeinschaft von Lissabon bis Wladiwostok geworben. Sie wäre die  ökonomische Basis für das „Gemeinsame Haus Europa“. Die Ukraine könnte eine ideale Brückenfunktion für die künftige Kooperation zwischen der von Ihnen angestrebten Eurasischen Union und der Europäischen Union einnehmen, nicht zuletzt in kultureller Hinsicht. Wir sind überzeugt, dass die massive Einflussnahme der USA das Ziel hatte, diese Brückenfunktion auszuschalten. In der EU-Kommission haben sich diejenigen Kräfte durchgesetzt, die die Politik der USA gegen Russland unterstützen. Die Rede des Geschäftsführenden Generalsekretärs des Europäischen Auswärtigen Dienstes, Pierre Vimont, am 14. März dieses Jahres ist insofern eindeutig (EurActiv: „EU shunned from US-Russia meeting on Ukraine“).

Sehr geehrter Herr Präsident, wir bauen darauf, dass Ihre historische Rede im Jahr 2001 im Deutschen Bundestag auch künftig die Grundlage für Ihr Handeln gegenüber der EU und Deutschland bilden wird. Die aktuellen Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Deutschen keine Konfrontation mit der Russischen Föderation wünscht und Verständnis für die russische Reaktion auf die Ereignisse in der Ukraine aufbringt. Wir verkennen nicht die Schwierigkeiten, denen die deutsche Politik als Mitglied der EU und der NATO in Bezug auf Russland ausgesetzt ist, sie sind auch Ihnen bekannt. Zumindest erwarten wir jedoch, dass die Bundesregierung nach dem alten Römischen Rechtsgrundsatz audiatur et altera pars handelt. Dies wurde im Zusammenhang mit der Nachbarschaftspolitik der EU im Fall der Ukraine unterlassen.

Russland hat seine im Zweiten Weltkrieg zu Tode gekommenen 27 Millionen Menschen selbst im Kalten Krieg nicht gegen Deutschland politisch instrumentalisiert. Diese innere Größe allein verdiente eine andere Qualität in den Beziehungen zwischen unseren Ländern. Die Menschen in Deutschland haben hierfür ein feines Gespür: Als sich 1994 die „Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland“ mit einem Auftritt ihres Musikkorps auf dem Platz vor der Bundeskunsthalle in Bonn aus Deutschland verabschiedete, spielten sich bewegende Szenen zwischen den zahlreichen Zuschauern und den Musikern ab. In diesem Zusammenhang fällt uns zu der aktuellen Berichterstattung und Kommentierung der deutschen Medien nur ein treffendes Adjektiv in englischer Sprache ein: disgusting.

Sehr geehrter Herr Präsident, mit unseren bescheidenen Mitteln als einfache Staatsbürger werden wir dazu beitragen, dass die beabsichtigte Spaltung Europas nicht gelingt, sondern die Ideen von Gottfried Wilhelm Leibniz zu neuem Leben erweckt werden. Wir sind  überzeugt: nur wenn die Staaten und Völker des eurasischen Doppelkontinents ihre Angelegenheiten miteinander friedlich, respektvoll, kooperativ, auf der Grundlage des Rechtes und ohne Einmischung von außen regeln, wird dies auch auf die  übrige Welt ausstrahlen. Wir verstehen Sie in diesem Sinn als Verbündeten.

Für Ihre jetzige, und hoffentlich auch die nächste Amtsperiode wünschen wir Ihnen Kraft, Stehvermögen, Klugheit und Geschick.

Mit vorzüglicher Hochachtung
Jochen Scholz, Oberstleutnant a.D.

=====================

Auch sehr informativ ist dieses Video aus dem Jahre 2009  mit Jochen Scholz:

Veröffentlicht unter Uncategorized

Politische Justiz in unserem Land

Wir laden gemeinsam mit der Initative Schönes Attraktives Vaihingen / ISA e.V. am 9. Mai zur Veranstaltung „Politische Justiz in unserem Land“ ins Bürgerhaus Lauchhau-Lauchäcker ein! Einlass ab 18:30 Uhr – Beginn 19 Uhr.
pj_p1
Eine Lesung mit dem Herausgeber Jörg Lang, Autor Dieter Reicherter und Kontext-Redakteur Jürgen Bartle, sowie mit anschließender Diskussion.

Bürgerhaus Lauchhau-Lauchäcker (Meluner Straße 12, 70569 Stuttgart-Vaihingen, ÖPNV: „Lauchhau“, Buslinien 81, 84, 91, 92, 746-749)

Flyer: 2014-04-24 Veranstaltung Politische Justiz.pdf

Veröffentlicht unter Uncategorized

Schutzgemeinschaft Filder: „Der Flughafen müsste uns unendlich dankbar sein“

Presseerklärung der Schutzgemeinschaft Filder e.V. vom 9. April 2014

Die Fluggastzahlen am Stuttgarter Flughafen sind seit ca. 8 Jahren von der Tendenz her stagnierend, ja sogar eher rückläufig. 2007 waren es noch 10,3 Millionen Flugpassagiere pro Jahr, 2013 nur mehr 9,59 Millionen. Der Flughafen selbst rechnet für 2014 mit einem weiteren Rückgang der Zahlen.

Steffen Siegel, Vorsitzender der Schutzgemeinschaft Filder: „Jetzt wird immer deutlicher, dass der Flughafen in seinem Wachstumswahn mit seinen Prognosen dramatisch daneben lag und dass die Schutzgemeinschaft, wie auch viele kluge Gutachter, diese Stagnation voraussahen“´.

Ohne den einzigartigen Widerstand der Schutzgemeinschaft Filder und der vielen Filderkommunen und Filderbürgerinnen und -bürger, hätten wir heute gigantische Baustellen und eine zweite Betonpiste quer über fruchtbarste Filderfelder“, sagt Steffen Siegel und betont: „Der Flughafen müsste uns auf Knien danken, dass wir ihn vor diesem teuren, zerstörerischen und völlig sinnlosen Projekt bewahrt haben“.

Bereits vor 14 Jahren, (SN, 28. April 2000) sagten die Airport-Chefs Fundel und Schoefer in einem Zeitungsinterview, sie peilten 23 Millionen Fluggäste an und man brauche deshalb eine zweite Startbahn. Das Projekt einer zweiten Startbahn ging der Stuttgarter Flughafen dann konkret im Jahr 2007 an.

Bei vielen Veranstaltungen auf den Fildern forderten die Flughafen-Chefs sogar noch mehr als den Startbahnausbau. In ihrem weit verbreiteten Gutachten  „PERSPEKTIVE Flughafen Stuttgart“ (Herausgeber: Flughafen Stuttgart GmbH) steht wörtlich:

„Es gibt eine Perspektive für den Flughafen Stuttgart. Diese setzt sich aus den drei zentralen Bausteinen Ergänzungspiste, Westerweiterung und Vorverlegung des Betriebsbeginns zusammen.“ Bereits um 5 Uhr morgens sollte die Bevölkerung nach damaligen Plänen durch dröhnende Flugzeuge geweckt werden. Nur so könne dem zu erwartende Engpass in Stuttgart begegnet werden, hieß es.

Daran erinnert sich am Flughafen heute anscheinend keiner mehr. Nirgends ist auch nur ein zartes Wort der Entschuldigung von den Verantwortlichen gegenüber der Filderbevölkerung zu hören, die durch ihren jahrelangen, zeit- und nervenraubenden Widerstand den Flughafen vor einem nie wieder gut zu machenden Fehltritt bewahrt hat und die Filder vor weiterer Zerstörung.

Veröffentlicht unter Uncategorized